GeschichtsWege
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Spandauer Vorstadt, Haus Mulackstraße 15

Die Mulackstraße – erst Mulack-Gasse – wurde 1699 angelegt und nach dem Maurermeister Jakob Mulack, dem Erbauer des Eckhauses an der Schönhauer Straße, benannt. Am 1. Jan. 1862 wurde die Gasse zur Straße erklärt.
Das historische Haus, Mulack-Gasse 15, wurde um 1630 als Flachbau errichtet. Der Bau hatte um 1790 wenige Räume im Erdgeschoss. Später wurde es als Zweietagenhaus mit einem Mansardenzimmer erweitert.

Im einstigen Haus, Mulackstraße 15, befand sich im Erdgeschoss die Gastwirtschaft  „Die Mulackritze“

Das Haus hatte eine lange Geschichte. Jahrzehntelang war bis 1951 eine Gastwirtschaft im Erdgeschoss. Hier vergnügten sich damals berühmte und unbekannte Gäste, auch Schauspieler. Der Maler und Fotograf Heinrich Zille besuchte die historische „Mulackritze“ und skizzierte das Leben der Umgebung. 

Küchenschrank, Geschirr, Tassen in Regalen, ein kleiner Tisch, Kisten mit Flaschen waren im alten Gasthaus. Durch aufwendige Transportarbeit wurden die Gegenstände von der verstorbenen Museumsbesitzerin vor Hausabriss nach Mahlsdorf gebracht. (Fotos Eigentum der Autorin)

Das Mobiliar der einstigen Gastwirt-schaft im Gutshaus in Berlin-Mahlsdorf, mit der verstorbenen Museums-Besitzerin Charlotte v. Mahlsdorf (Lothar Berfelde).

Die Besitzerin, Frau Mahlich, hatte eine Schankkonzession von Mai bis Oktober 1951. Das alte, historische Haus wurde 1959 unter Denkmalschutz gestellt. Auf Magistratsbeschluss wurde das Haus 1963 abgetragen.

Das Haus von 1903 bis 1921, als Hermann Sodtke Inhaber der Gasthauses war. Das Ehepaar steht in der Haustür. Im Lokal kam es 1907 zu einer Schießerei. Ein Zuhälter schoss auf eine Näherin, die keine Beziehung zu ihm eingehen wollte. Er verletzte sie und entkam. Tage später nahm die Polizei ihn in der Gipsstraße fest.

Dieses Haus steht seit ca. 5 Jahren auf dem Grundstück Mulackstraße 15, trägt heute die Nr. 16. (Foto: 2024).