Stadtgeschichte
Die Spandauer Vorstadt von Berlin
Die einstige Spandauer Vorstadt war ein Stadtteil, der wie die anderen Stadtteile, von einer Stadtmauer mit einfachen Toren umgeben war. Um 1713 entstand um Berlin die Akzisemauer aus Stein mit kunstvollen Stadttoren. Diese Zollmauer fiel durch die Stadterweiterung bis ca. 1869. Die Akzise (Accise - französ.) war eine indirekte Steuer. Akzisen wurden auf Grundnahrungsmittel (Getreide, Mehl, Hopfen, u. a.), auf Zucker, Salz, Fleisch, auch auf Genussmittel (Kaffee, Tee, Bier, Tabak) auf Vieh u. a. erhoben. Zur Kontrolle wurden Akzise-Mauern errichtet, bzw. ehem. militärische Stadtmauern genutzt. Akziseeinnehmer, Torschreiber, erhoben die Akzise direkt an den Stadttoren. In Preußen erhob Friedrich Wilhelm I. die Akzise u. a. auf ausländische Waren, Getränke, Kolonial- u. Manufakturwaren. Die Akzisemauer war erforderlich. Letzte Mauern und Tore fielen 1868, 1869.
Heutiges Straßennetz der Vorstadt ist mit wenigen Änderungen aus der Entstehungszeit erhalten. Das Gebiet von der Spree bis an die Linienstraße und Friedrichstraße wird heute noch Spandauer Vorstadt genannt.
Die Stadttore der nördlichen Akzisemauer
Planausschnitt von 1737 - der Norden im unteren Bereich. Die Spandauer Vorstadt: Stadtgrenze aus Palisaden u. einfachen Toren, Sophienkirche, Monbijou und auf Bastionen der mittelalterlichen Festung waren Mühlen. Verschiedene Mühlen standen später vor der Akzisemauer.
Berlin mit Festungsmauer
Das einstige Spandauer Tor, erbaut 1660/62, war das nördliche Tor der mittelalterlichen Festungsmauer zur Zeit des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, am Anfang der Spandauer Straße. Dieses Tor – in Richtung Spandau – gab der Vorstadt ihren Namen. Teile der mittelalterlichen Festungsmauer von Berlin und Cölln befinden sich heute noch entlang der Waisenstraße in Mitte, nahe des Restaurants "Zur letzten Instanz", Gedenktafel.
Mittelalterliche Stadtmauer in der Waisenstraße. Weitere Teile stehen entlang der Waisenstraße. Sie waren einst Rückwände der Häuser.
Das Denkmal von Friedrich Wilhelm (geb. 1620, gest. Mai 1688) (Großer Kurfürst) wurde von dem Bildhauer Andreas Schlüter geschaffen und wurde 1703 auf der Langen Brücke, heutigen Rathausbrücke, aufgestellt. Seit 1952 fand es seinen Platz vor dem Charlottenburger Schloss. Die Kopie der Skulptur im Bodemuseum.
Aufnahme: August 2014.
Blick von der "Langen Brücke", (spätere Kurfürstenbrücke, heute Rathausbrücke) auf den Schloßplatz um Mitte des 19. Jh. mit dem von Andreas Schlüter geschaffenen Denkmal des Großen Kurfürsten. Maler: H. Hintze.
Das Königliche Schloß in Berlin um 1890. Das Denkmal für den Großen Kurfürsten befindet sich heute vor dem Schloß in Charlottenburg.